Von der Opfer- zur Kämpferrolle: Genitalverstümmelung und Engagement im Lebensbericht Tränen im Sand von Nura Abdi
Résumé
Frauenbeschneidung wird in der Literatur schwarzafrikanischer AutorInnen in deutscher
Sprache auf unterschiedliche Weise thematisiert. Es handelt sich um eine umstrittene Praxis,
bei der die weiblichen Genitalien teilweise oder vollständig entfernt werden. Einige
SchriftstellerInnen haben sich mit dieser Praxis auseinandergesetzt, um für die körperlichen
und seelischen Folgen zu sensibilisieren und die kulturellen Normen, die ihr zugrunde liegen,
in Frage zu stellen. Zum Beispiel erzählt Fadumo Korn in Schwester Löwenherz von ihren
eigenen Erfahrungen mit der Beschneidung und wie sie Literatur nutzt, um ihre Geschichte zu
teilen und das Bewusstsein für das Thema in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Literatur kann dazu
beitragen, soziale Probleme wie die weibliche Genitalverstümmelung ins Bewusstsein zu rufen,
indem sie Betroffenen eine Stimme gibt und einen Dialog über diese Themen fördert. Anhand
von Nura Abdis Lebensbericht Tränen im Sand soll gezeigt werden, wie sie sich von einem
Opfer zu einer Frau entwickelt hat, die sich für die Verhinderung der weiblichen
Genitalverstümmelung einsetzt, und dies unter Anwendung des Intersektionalitätsansatzes.